Die heute von der Bundesregierung vorgestellte Industriestrategie Österreich 2035 enthält aus Sicht des Wirtschaftsbundes Niederösterreich (WBNÖ) zentrale Ansatzpunkte zur Stärkung von Innovation, wirtschaftlicher Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts. Ziel ist es, industrielle Wertschöpfung und hochwertige Arbeitsplätze langfristig im Land zu sichern und neue Investitionsimpulse auszulösen. Auch KMU profitieren direkt von den vorgesehenen Maßnahmen, da sie Investitionen erleichtern, Kosten dämpfen und die Innovationskraft entlang der gesamten Wertschöpfungskette stärken.
„Eine Industriestrategie ist wie ein Fundament. Wenn es stabil ist, trauen sich Betriebe zu investieren, zu wachsen und neue Wege zu gehen. Planungssicherheit, leistbare Energie und verlässliche Rahmenbedingungen entscheiden darüber, ob Innovation wirklich in die Umsetzung kommt. Wenn hier die richtigen Weichen gestellt werden, entstehen Wertschöpfung und Arbeitsplätze im ganzen Land – und genau darauf kommt es langfristig an“, betont WKNÖ Präsident WBNÖ Landesgruppenobmann Wolfgang Ecker.
Abgeordneter zum Nationalrat WBNÖ Direktor Harald Servus unterstreicht: „Die Industriestrategie schafft eine Grundlage für Investitionen und industrielle Entwicklung in Österreich. Wichtig ist, dass die Maßnahmen planbar umgesetzt werden und ihre Wirkung nachhaltig entfalten. Wenn Betriebe wieder mit mehr Sicherheit entscheiden und investieren können, stärkt das den Standort insgesamt.“
Zu den zentralen Maßnahmen zählen unter anderem:
- Umsetzung einer Schlüsseltechnologie-Offensive mit erstmals definierten neun Schlüsseltechnologien und Stärkefeldern. Für gezielte Investitionen in diese Bereiche wird im Rahmen des FTI-Pakts bis 2029 ein Förderbudget von rund 2,6 Milliarden Euro bereitgestellt.
- Sicherstellung wettbewerbsfähiger Energiepreise und eines zukunftsfähigen Energiesystems durch die Einführung eines Industriestrompreises nach deutschem Vorbild mit einem vorgesehenen Budget von rund 250 Millionen Euro pro Jahr, den Ausbau einer eigenen Kraftwerkstrategie sowie den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Erzeugung, Netze und Speicher zur langfristigen Absicherung des heimischen Energiebedarfs und der Versorgungssicherheit.
- Umsetzung einer Entbürokratisierungs-Offensive mit dem Ziel, bestehende Berichtspflichten bis 2035 wesentlich zu reduzieren, Verfahren durch One-Stop-Shops, digitale Genehmigungen und beschleunigte UVP-Prozesse zu vereinfachen sowie neue Berichtspflichten künftig verbindlich auf Praxistauglichkeit und Redundanz zu prüfen.
- Investitionen in Fachkräfte durch neue Ausbildungswege in Schlüsseltechnologien, gezielte Qualifizierungsprogramme, die erleichterte Anwerbung internationaler Fachkräfte, eine Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte sowie die vereinfachte Anerkennung internationaler Abschlüsse.
- Sicherung strategischer Rohstoffe und resilienter Lieferketten durch Kreislaufwirtschaft, Ressourceneffizienz, digitale Ressourcenplattformen und mögliche Rohstoffreserven.
- Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und der heimischen Wertschöpfung durch das Leitprinzip „Made in Europe & Partner Countries“ im Förder- und Beschaffungswesen sowie die aktive Erschließung neuer Märkte.
- Produktivitätssteigerung und Entlastung auf den Faktor Arbeit mit der Zielsetzung einer schrittweisen Senkung der Lohnnebenkosten im Verlauf der Regierungsperiode
Gerade KMU sind als Zulieferer, Dienstleister und Innovationspartner eng in industrielle Wertschöpfungsketten eingebunden und profitieren daher unmittelbar von stabilen Rahmenbedingungen und Investitionsimpulsen.
Positiv bewertet der Wirtschaftsbund Niederösterreich auch den vorgesehenen Monitoring-Prozess mit klaren Kennzahlen, jährlicher Berichterstattung sowie externer wissenschaftlicher Evaluierung, um die Wirksamkeit der Maßnahmen transparent nachvollziehbar zu machen.
Der Wirtschaftsbund Niederösterreich sieht in der Industriestrategie eine tragfähige Grundlage, um Industrie und Mittelstand gemeinsam zu stärken. Entscheidend wird sein, dass die Umsetzung rasch, treffsicher und ohne zusätzliche bürokratische Belastungen erfolgt und die Perspektive der KMU laufend mitgedacht wird.
Bildtext v.l.n.r.: Abgeordneter zum Nationalrat WBNÖ Direktor Harald Servus und WKNÖ Präsident WBNÖ Landesgruppenobmann Wolfgang Ecker begrüßen die heute vorgestellte Industriestrategie der Regierung.




